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(Bild: Christian Frei)

Knapp 25 Millionen Franken haben die Parteien letztes Jahr eingenommen. Am meisten meldet die SP mit 7,9 Millionen, vor der FDP mit 4,8 und der SVP mit 3,8 Millionen Franken. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat die Jahreszahlen der Parteien im Bundeshaus am 31. August zum dritten Mal veröffentlicht.

Doch trotz der höchsten deklarierten Einnahmen ist die SP nicht zwingend die reichste Partei, denn offenlegen muss nur die nationale Parteizentrale. Die Einnahmen der Kantonalsektionen oder externer Komitees fehlen. Die Zahlen seien schlecht vergleichbar, findet auch die EFK in ihrer Medienmitteilung: Sie gäben «kein Gesamtbild über […] das Vermögen einer Partei». Ihre Bilanz nach drei Jahren Erhebung fällt daher eher trivial aus: «Parteien finanzieren sich unterschiedlich».

Wer von der UBS Geld erhielt

Aufschlussreich bleibt aber ein Blick auf die offengelegten Spender:innen. Diese müssen die Parteien ab 15’000 Franken pro Person und Jahr nennen. Die Herkunft der Beträge unter dieser Schwelle muss nicht veröffentlicht werden. Bei der SP liegen 97 Prozent der Spenden unter der Schwelle, bei der FDP 29 Prozent. Insgesamt blieben im letzten Jahr mit 8,7 Millionen Franken mehr als die Hälfte aller Spenden unter der Deklarationsschwelle. Die anderen 8,6 Millionen stehen mit Namen im Register. Sie zeigen, welche Lobbygruppen bei welcher Partei Geld im Spiel haben.

Auffällig ist die Verteilung des UBS-Geldes. Für 2025 deklarierte die FDP keine Zuwendung der Grossbank. In den beiden Jahren davor waren es zusammengerechnet noch rund eine halbe Million. Die 786’000 Franken, welche die UBS letztes Jahr verteilte, gingen an andere Parteien: 417’000 an die SVP, 284’000 an die Mitte, 85’000 an die GLP. Gemäss der FDP sei die Parteispende der UBS von 294’000 erst in den ersten Januartagen 2026 eingegangen und würde deshalb nicht in den Einnahmen für 2025 sondern in denjenigen für 2026 erscheinen.

Die Hälfte von den Wirtschaftsdachverbänden und der Finanzbranche

Banken, Versicherungen und Wirtschaftsverbände steckten zusammen 4,4 Millionen Franken in die Parteien, 53 Prozent aller offengelegten Spenden. Davon gingen 96 Prozent an FDP, SVP, Mitte und GLP. Grösste Geldgeberin war Economiesuisse mit 1,6 Millionen an dieselben vier Parteien, satte 1,2 Millionen davon an die FDP.

Die Grünen erhielten die grösste Privatspende, 250’000 Franken von der Sika-Erbin Carmita Burkard Kroeber. Ins Auge stechen auch zwei Spenden des Tabakkonzerns Philip Morris. Er zahlte der FDP und der SVP insgesamt 105’000 Franken und untermauert seine Stellung als ein zentraler Akteur im Tabak-Lobbying.

Das Comeback der Gönnervereine

Zu denken gibt auch die Rückkehr der Gönnervereine. Das sind Vereine, die zwischen der Partei und der Spender:in stehen und die ursprüngliche Spender:in anonymisieren. 2023 flossen knapp 1,5 Millionen Franken über solche Vereine an die Parteien im Bundeshaus, 2024 nur noch 600’000. Dazwischen hatte die EFK präzisiert, wann eine Partei die Urheberschaft solcher Zuwendungen publizieren muss. Der Geldgeber muss die Partei unterstützen wollen, und die Partei muss diesen Willen «mit verhältnismässigem Abklärungsaufwand» erkennen können. Sonst darf der Name fehlen.

2025 waren es nun wieder 1,38 Millionen. Die grösste Spende aus einem solchen Gefäss meldete die SVP: 720’000 Franken von der Stiftung für bürgerliche Politik. Die SVP-Stiftung schweigt eisern über den Ursprung des Geldes. Ein zweiter Verein trägt die FDP im Namen: Der «Verein FDP-Kampagnen» überwies 160’000 Franken an Mitte, GLP und SVP.

Die FDP erhielt eine halbe Million von Gönnervereinen aus dem Abstimmungskampf gegen die Erbschaftssteuer. 400’000 Franken kamen vom «Aktionskomitee für Freiheit». Wer dahinter steht, weiss die Öffentlichkeit nicht. Eine gemeinsame Recherche vom WAV-Recherchekollektiv und dem Beobachter hat aber gezeigt, dass die EFK vor einem Jahr den Ursprung der Gelder dieses Vereins abklären wollte. Doch die FDP rückte die Statuten erst nach wochenlangem Drängen heraus. Weitere 100’000 Franken bekam die FDP von «Mehrwert Schweiz», dessen Webseite beim Verband Family Offices Switzerland registriert ist.

Transparenz erst auf Druck der Medien

Die Meldungen sind Selbstdeklarationen der Parteien. Die EFK überprüft nur eine Stichprobe. Neu publiziert die EFK, was diese Kontrollen ergeben. Das war früher geheim. Erstritten haben das der Beobachter, das WAV Recherchekollektiv und der frühere EFK-Direktor Michel Huissoud. Die drei verlangten Einsicht in die Prüfberichte und zogen das Verfahren bis vor Bundesverwaltungsgericht, das ihnen schliesslich recht gab.

Seither steht in der Liste der geprüften Akteure, was die EFK gefunden hat, rückwirkend bis zu den Wahlen 2023. Bei der Kontrolle der Jahreseinnahmen 2025 prüfte die EFK SP, FDP, Grüne und EDU, zusammen 63 Prozent aller deklarierten Einnahmen. Bei der EDU fehlten 62’324 Franken, die über ein Online-Spendentool eingegangen waren. Dazu nahm sie neun verbotene Zuwendungen aus dem Ausland an, 505 Franken, die sie abliefern musste.

Was die Kontrolle nicht klären konnte, zeigt das Beispiel der Aneba Holding. Im Jahr 2024 spendete sie der FDP 150’000 Franken. Die EFK vermutete laut WAV-Recherchekollektiv und Beobachter, die Holding sei vorgeschoben und das Geld stamme eigentlich von der Besitzerfamilie, die dann namentlich im Register stehen müsste. Hinter der Aneba steht mutmasslich die Milliardärsfamilie Schmidheiny. Nach monatelangem Hin und Her bestätigte die Holding schriftlich, sie unterstütze die FDP «unter anderem mit monetären Zuwendungen aus dem Gesellschaftsvermögen». Dabei blieb es. Ein Jahr später hat die Aneba erneut gespendet, diesmal 50’000 Franken – und die EFK hält fest, sie habe keine Fehler gefunden.

Das Vorgehen der Aneba Holding ist kein Einzelfall, das Muster ist verbreitet bei Aktiensgesellschaften und Holdings in Familienbesitz. Schindler spendete 300’000 Franken, je 75’000 an Mitte, FDP, GLP und SVP. Artemis (Familie Pieper), Bucher Industries (Familie Hauser), Hesta (Familie Bechtler) und die Heinrich Herz AG überwiesen ebenfalls Beträge. Im Register der EFK stehen überall die Firmen, nicht die Familien dahinter. Das Transparenzgesetz schreibt vor, wer sichtbar sein soll. Wer es trotzdem schafft, im Schatten zu bleiben, zeigen diese Zahlen.

Korrigendum

Korrigendum vom 9. September 2026: Dieser Artikel erschien am 8. September 2026 unter dem Titel «UBS bestraft die FDP». Titel und eine Passage im Text legten nahe, die UBS habe der FDP bewusst kein Geld mehr überwiesen. Für diese Deutung haben wir keine Belege. Die FDP hält fest, die Spende der UBS sei in den ersten Januartagen 2026 eingegangen und deshalb nicht in der Deklaration für das Jahr 2025 enthalten. Wir haben den Titel geändert, die Interpretation gestrichen und die Stellungnahme der FDP ergänzt. Der Artikel wurde zudem publiziert, bevor die FDP Gelegenheit zur Stellungnahme hatte. Das ist das Resultat eines internen Missverständnisses und entspricht nicht den Standards von Lobbywatch. Wir bitten die FDP und die UBS um Entschuldigung und haben unsere internen Abläufe angepasst.

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