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(Image: Martin Baron)

Manchmal stellen wir uns bei Lobbywatch Fragen.

Zum Beispiel, warum wir manchmal drei, vier oder gar fünf Mal pro Monat abends vor dem Computer verbringen, um über technische Details, neue Projekte, strategische Fragen oder Budgets zu diskutieren. Warum wir auf Zugfahrten nicht einfach ein Buch lesen und stattdessen Blogbeiträge recherchieren und verfassen. Warum wir an einem freien Nachmittag am Telefon hängen, um einem Journalisten Interessenkonflikte von Parlamentsmitgliedern zu erklären.

Es gibt verschiedene Antworten auf diese Fragen. Die einfachste lautet: Weil es Lobbywatch dringend braucht. Denn Transparenz ist in der Schweizer Politik zwar mittlerweile nicht mehr ein Fremdwort, aber immer noch nicht der Lieblingsausdruck der Parlamentarier:innen. Nach wie vor sträubt man sich im Bundeshaus gegen fast alles, was mehr Licht auf Interessenskonflikte und finanzielle Abhängigkeiten von Ratsmitgliedern gegenüber Organisationen und Unternehmen werfen könnte. Wer erfahren will, welche Parlamentarier:innen für wen lobbyieren, und von wem sie allenfalls dafür auch Geld erhalten, kommt um unsere Website lobbywatch.ch nicht herum.

So haben wir im zu Ende gehenden Jahr in einer grossen Datenanalyse etwa aufgedeckt, dass in den Gesundheitskommissionen von National- und Ständerat zahlreiche Politiker:innen sitzen, die Mandate bei Krankenkassen haben – und dass alle diese Mandate bezahlt sind. Und nicht nur die Krankenkassen greifen tief in die Tasche: Versicherungen und Banken tun es ebenso.

Dass nicht nur Unternehmen und Verbände im Bundeshaus lobbyieren, zeigte im Frühjahr auch unsere Recherche zur parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz-Russland, die auf prominente Namen und diskrete Geldgeber setzt.

A propos diskrete Geldgeber: Als solche treten Schweizer Unternehmen und Verbände auch in Brüssel bei der EU auf, wie eine weitere unserer Recherchen zeigte. Sie investieren zwischen 44 und 60 Millionen Euro, um in Europa mit ihren Anliegen Gehör zu finden.

Sie merken, uns hat es gründlich gepackt. Womit wir bei der zweiten Antwort auf all unsere Fragen sind. Sie lautet schlicht und einfach: Weil es Spass macht und wir ein tolles Team sind, das immer wieder auf neue Ideen kommt (von denen wir leider längst nicht alle verwirklichen können).

Die dritte Antwort betrifft Sie, liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer: Sie ermuntern uns mit Ihren Komplimenten immer wieder, weiterzumachen. Vielen Dank!

2022 werden wir mehr denn je auf Sie angewiesen sein, denn Lobbywatch steht an einem Punkt, den Deborah, unsere Frau für die Finanzen, mit den Worten «Go big or go home» umschrieben hat: Um unsere Recherchen und Dienstleistungen für interessierte Bürger:innen und Medienschaffende weiterhin anbieten und ausbauen zu können, müssen wir einen grossen Schritt in Richtung professionelle Strukturen tun. Dazu brauchen wir eine breitere Basis und Geld. 2022 wird deshalb bei Lobbywatch im Zeichen des Ausbaus stehen – Sie hören von uns!

Selbstverständlich müssen Sie nicht warten, wenn Sie uns mit einer Spende unterstützen wollen. Wir freuen uns über jeden Beitrag für mehr Transparenz in der Schweizer Politik!

2022 wird spannend. Wir wünschen Ihnen deshalb einen guten Rutsch und freuen uns, nächstes Jahr gemeinsam mit Ihnen hinter die Kulissen des Bundeshauses zu schauen.

Herzlich Thomas Angeli und Otto Hostettler
Co-Präsidenten Lobbywatch

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